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Hochdruckreinigung im Kanal: So funktioniert sie

Nenad Filipovic
6 Min. Lesezeit
22. August 2026
Aktualisiert: 22. August 2026
Hochdruckreinigung im Kanal mit rotierender Spüldüse und Hochdruckschlauch

Bei der Hochdruckreinigung wird Wasser mit einem Druck von rund 120 bis 200 bar über spezielle Düsen in den Kanal gepresst. Die nach hinten gerichteten Wasserstrahlen ziehen den Schlauch selbstständig durch die Leitung und lösen dabei Fett, Ablagerungen, Wurzeln und Verstopfungen von der Rohrwand. Der gelöste Schmutz wird anschliessend mit dem rücklaufenden Wasser zum Schacht gespült und abgesaugt. Das Verfahren reinigt Leitungen gründlich, ohne die Rohre zu beschädigen, und ist heute der Standard in der professionellen Kanalreinigung.

Wie entsteht der Druck?

Das Herzstück jeder Hochdruckreinigung ist eine leistungsstarke Hochdruckpumpe, die meist auf einem Spülwagen oder Kanalspülfahrzeug montiert ist. Sie saugt Wasser aus einem grossen Tank an und beschleunigt es auf den gewünschten Betriebsdruck. Über einen armierten Hochdruckschlauch gelangt das Wasser bis zur Düse am Schlauchende. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Druck und Wassermenge: Nicht der höchste Druck reinigt am besten, sondern die richtige Kombination aus Druck, Durchflussmenge und passender Düse für das jeweilige Rohr.

Welche Rolle spielen die Düsen?

Die Düse ist das eigentliche Werkzeug der Hochdruckreinigung, und es gibt sie in vielen Bauformen. Eine Standard-Spüldüse hat mehrere nach hinten gerichtete Bohrungen, deren Strahlen den Schlauch vortreiben und die Rohrwand abspülen. Für hartnäckige Ablagerungen kommen Rotationsdüsen zum Einsatz, deren Strahl sich kreisförmig dreht und Inkrustationen mechanisch abträgt.

Gegen Wurzeleinwüchse werden spezielle Wurzelschneiddüsen oder Kettenschleudern verwendet, die das Wurzelwerk zerkleinern. Bei starken Fettansammlungen helfen sogenannte Bodendüsen mit einem nach vorne gerichteten Frontstrahl, der einen Durchbruch schafft. Der Fachmann wählt die Düse passend zu Rohrdurchmesser, Material und Art der Verschmutzung, denn eine falsche Düse reinigt entweder unzureichend oder belastet das Rohr unnötig.

Wie läuft eine Hochdruckreinigung ab?

Zunächst wird der Zugang zum Kanal geöffnet, in der Regel über einen Schacht oder eine Reinigungsöffnung. Der Techniker wählt die passende Düse und führt den Hochdruckschlauch ein. Beim Vorschieben zieht sich der Schlauch durch die Rückstosskraft der Düse selbst voran bis zum Ende des zu reinigenden Abschnitts oder bis zur Verstopfung.

Anschliessend wird der Schlauch langsam zurückgezogen, und genau in dieser Phase erfolgt die eigentliche Reinigung: Die Wasserstrahlen spülen die gelösten Ablagerungen in Fliessrichtung zum Schacht. Bei Bedarf wird der Vorgang mehrfach wiederholt, bis die Leitung frei ist. Häufig kontrolliert eine anschliessende Kamerabefahrung das Ergebnis und dokumentiert den sauberen Zustand des Kanals.

Warum reinigt der Rückzug und nicht das Vorschieben?

Ein häufiges Missverständnis ist, dass der Kanal beim Einführen des Schlauchs gereinigt wird. Tatsächlich dient das Vorschieben nur dazu, die Düse bis zum Ende des Abschnitts oder bis zur Verstopfung zu bringen. Die Rückstossstrahlen sind bewusst nach hinten gerichtet, damit sie den Schlauch vortreiben, ohne die Ablagerungen tiefer in die Leitung zu drücken. Erst beim langsamen Zurückziehen arbeiten die Strahlen gegen die Rohrwand und spülen den gelösten Schmutz in Fliessrichtung zum Schacht.

Dieses Prinzip stellt sicher, dass der Schmutz kontrolliert abgeführt und nicht nur verlagert wird. Ein erfahrener Techniker dosiert dabei die Rückzugsgeschwindigkeit so, dass jeder Rohrabschnitt ausreichend lange dem Wasserstrahl ausgesetzt ist. Zu schnelles Zurückziehen hinterlässt Reste, zu langsames kostet unnötig Zeit und Wasser. Das richtige Gefühl dafür unterscheidet die professionelle Reinigung von der Arbeit mit einfachen Mietgeräten.

Für welche Leitungen eignet sich das Verfahren?

Die Hochdruckreinigung ist vielseitig einsetzbar. Sie eignet sich für Hausanschlussleitungen, Grundleitungen, öffentliche Kanäle, Regen- und Meteorwasserleitungen sowie für Fallstränge in Mehrfamilienhäusern. Auch verstopfte Bodenabläufe, Sinkkästen und Rinnen lassen sich damit reinigen. Bei sehr alten oder bereits geschädigten Rohren passt der Fachmann den Druck an, um die Substanz zu schonen, weshalb eine vorherige Zustandsprüfung sinnvoll sein kann. Bei Kunststoff-, Steinzeug-, Guss- und Betonrohren gelten jeweils unterschiedliche Belastungsgrenzen, die ein erfahrener Betrieb kennt und berücksichtigt.

Welche Vorteile bietet die Hochdruckreinigung?

Der grösste Vorteil ist die Gründlichkeit: Anders als eine Rohrreinigungsspirale, die nur einen Durchbruch schafft, reinigt der Hochdruck die gesamte Rohrwand rundum. Dadurch bleibt die Leitung länger frei, und die Fliessleistung wird vollständig wiederhergestellt. Zudem arbeitet das Verfahren rein mechanisch mit Wasser, kommt ohne aggressive Chemie aus und ist damit umweltschonend. Regelmässig angewendet beugt die Hochdruckreinigung Verstopfungen wirksam vor.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Kombinierbarkeit mit der Diagnose. Weil die Leitung nach der Spülung sauber ist, lässt sich unmittelbar eine Kamerabefahrung anschliessen, die den Zustand dokumentiert und mögliche bauliche Schäden aufdeckt. So erhält der Kunde in einem Arbeitsgang eine saubere Leitung und Gewissheit über deren Zustand. Auch schwer zugängliche Leitungen mit engen Bögen erreicht der flexible Hochdruckschlauch, was mit starren Werkzeugen kaum möglich wäre.

Wie oft sollte man hochdruckreinigen lassen?

Ein festes Intervall gibt es nicht, denn der Reinigungsbedarf hängt von Nutzung und Leitungsart ab. Hausanschlüsse und Grundleitungen in einem Einfamilienhaus kommen oft mehrere Jahre ohne Reinigung aus, sofern kein baulicher Schaden vorliegt. Leitungen in Mehrfamilienhäusern, in der Gastronomie oder in gewerblichen Küchen belasten das Rohr dagegen stärker und sollten regelmässig, teils jährlich, gereinigt werden. Auch Fallstränge und stark frequentierte Abläufe profitieren von einer vorbeugenden Reinigung.

Als praktische Faustregel gilt: Wer bemerkt, dass das Wasser langsamer abläuft oder gluckernde Geräusche auftreten, sollte nicht bis zur vollständigen Verstopfung warten. Eine vorbeugende Hochdruckreinigung in sinnvollen Abständen ist deutlich günstiger und weniger stressig als ein Notfalleinsatz bei komplett verstopfter Leitung. Liegenschaftsverwaltungen setzen deshalb häufig auf einen Wartungsvertrag mit festen Reinigungsterminen, der Verstopfungen zuverlässig vorbeugt.

Was kostet eine Hochdruckreinigung?

Die Kosten richten sich nach Leitungslänge, Verschmutzungsgrad und Zugänglichkeit. Als Orientierung gilt ein Stundenansatz von etwa CHF 160 pro Stunde zuzüglich einer Anfahrtspauschale von rund CHF 60, wobei diese Richtwerte um plus/minus 15 Prozent schwanken können. Eine einfache Reinigung eines Hausanschlusses ist oft in ein bis zwei Stunden erledigt. Wird die Hochdruckreinigung mit einer Kamerabefahrung kombiniert, erhält der Kunde nicht nur eine saubere Leitung, sondern auch Gewissheit über deren Zustand.

Ihr Kanal ist verstopft oder Sie möchten Ablagerungen vorbeugend entfernen lassen? Karo Kanaltechnik reinigt Leitungen mit modernen Spülfahrzeugen professionell und schonend. Bei akuten Verstopfungen erreichen Sie unseren 24/7-Notfalldienst rund um die Uhr unter +41 43 588 12 08.

NF

Nenad Filipovic

Autor · Karo Kanaltechnik GmbH

Schlagwörter

HochdruckreinigungKanalreinigungSpüldüsenKanaltechnik

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