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Sickergrube reinigen und unterhalten: Anleitung & Intervalle

Nenad Filipovic
6 Min. Lesezeit
22. August 2026
Aktualisiert: 22. August 2026
Sickergrube reinigen mit Saugfahrzeug zur Wiederherstellung der Versickerung

Eine Sickergrube reinigen Sie, indem der abgesetzte Schlamm abgesaugt und die durchlässigen Wände sowie die Sohle mit Hochdruck freigespült werden, damit das Wasser wieder ungehindert im Boden versickern kann. Denn mit der Zeit lagern sich Feinschlamm, Sand und organisches Material an den Sickerflächen ab und dichten sie zunehmend ab. Ohne regelmässige Reinigung verliert die Grube ihre Funktion, staut zurück und kann zu Vernässung und Geruch führen. Als Richtwert sollte eine Sickergrube alle ein bis drei Jahre kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden. Die Reinigung übernimmt ein Fachbetrieb mit einem Kombifahrzeug, das Absaugen und Hochdruckspülen in einem Arbeitsgang vereint, sodass die Grube am selben Tag wieder voll einsatzbereit ist.

Warum verschlammt eine Sickergrube?

Das Prinzip der Sickergrube beruht darauf, dass Wasser durch die porösen Wände und die Kiessohle ins Erdreich abfliesst. Genau diese Durchlässigkeit ist ihre Schwachstelle: Feine Schwebstoffe, Sand und biologischer Schlamm setzen sich in den Poren fest und bilden nach und nach eine dichtende Schicht. Man spricht von Kolmatierung. Je mehr sich diese Schicht aufbaut, desto langsamer versickert das Wasser, bis die Grube schliesslich überläuft. Auch Wurzeln aus der Umgebung können in die Grube einwachsen und sie zusätzlich verstopfen.

Woran erkenne ich, dass die Reinigung fällig ist?

Es gibt deutliche Warnzeichen. Steigt der Wasserstand in der Grube sichtbar an oder bleibt Wasser darin stehen, obwohl kein Zulauf erfolgt, ist die Versickerung beeinträchtigt. Auch vernässte Bereiche im Umfeld der Grube, ein langsamer Ablauf angeschlossener Leitungen oder unangenehmer Geruch deuten auf Handlungsbedarf hin. Wer solche Anzeichen bemerkt, sollte die Grube durch einen Fachbetrieb prüfen lassen, bevor es zum Rückstau kommt.

Sinnvoll ist es, nicht erst auf diese Symptome zu warten, sondern die Grube in regelmässigen Abständen kontrollieren zu lassen. Ein kurzer Blick in den Schacht genügt oft, um den Füllstand und die Menge des abgesetzten Schlamms zu beurteilen. Zeigt sich dabei eine deutliche Schlammschicht oder ein hoher Wasserstand, ist die Reinigung fällig. So lässt sich der ideale Zeitpunkt bestimmen, bevor die Versickerung ganz zusammenbricht.

Wie läuft die Reinigung Schritt für Schritt ab?

Zunächst öffnet der Techniker den Deckel und verschafft sich einen Überblick über Füllstand und Zustand. Mit dem Saugschlauch eines Kombifahrzeugs wird der flüssige Inhalt sowie der abgesetzte Schlamm vollständig abgesaugt. So liegen die Sickerflächen frei und lassen sich beurteilen.

Anschliessend werden die Wände und die Sohle mit Hochdruck gespült, um die dichtende Schlammschicht zu lösen und die Poren wieder zu öffnen. Das dabei anfallende Schmutzwasser wird erneut abgesaugt. Bei Verdacht auf Wurzeleinwuchs oder bauliche Schäden kann eine Kamerabefahrung ergänzt werden. Zum Abschluss wird der abgesaugte Inhalt fachgerecht entsorgt und die Grube wieder verschlossen. Der gesamte Vorgang dauert je nach Grösse und Verschlammungsgrad meist nur wenige Stunden, sodass die Grube am selben Tag wieder voll funktionsfähig ist.

In welchen Intervallen sollte gereinigt werden?

Ein pauschales Intervall gibt es nicht, da die Verschlammung von der Wassermenge, der Bodenart und der Belastung abhängt. Als Faustregel empfiehlt sich eine Kontrolle alle ein bis drei Jahre. Gruben, die viel Wasser aufnehmen oder in feinkörnigem Boden liegen, verschlammen schneller und brauchen häufigere Pflege. Wird nur wenig, sauberes Regenwasser eingeleitet, kann das Intervall länger ausfallen. Ein Wartungsvertrag mit festen Kontrollterminen nimmt dem Eigentümer diese Planung ab.

Was passiert, wenn man die Reinigung aufschiebt?

Wird eine verschlammte Sickergrube nicht rechtzeitig gereinigt, verschärft sich das Problem zusehends. Zunächst versickert das Wasser nur langsamer, dann staut es sich in der Grube und schliesslich in den zuführenden Leitungen zurück. In der Folge können angeschlossene Abläufe nicht mehr richtig entwässern, Wasser tritt an tiefer gelegenen Stellen aus, und im Umfeld der Grube bildet sich Staunässe. Bei anhaltender Vernässung leidet die Bausubstanz benachbarter Bauwerke, und der Boden kann sich setzen.

Hinzu kommt, dass eine völlig zugesetzte Sickergrube deutlich aufwendiger zu reaktivieren ist als eine früh gepflegte. Ist die Kolmatierungsschicht sehr dick und verhärtet, reichen einfache Spülgänge oft nicht mehr aus, und im Extremfall muss das umgebende Kiesbett erneuert oder die Grube ersetzt werden. Wer die Reinigung rechtzeitig durchführen lässt, spart deshalb nicht nur Ärger, sondern auch erhebliche Kosten.

Was gehört nicht in eine Sickergrube?

Damit die Reinigung möglichst selten nötig ist, sollte in eine Sickergrube nur das gelangen, wofür sie zugelassen ist. In der Regel ist das sauberes Regen- oder Meteorwasser oder bereits geklärtes Abwasser. Fette, Speisereste, Öle, Chemikalien und Feststoffe beschleunigen die Verschlammung erheblich und dürfen nicht eingeleitet werden. Wer das beachtet, verlängert die Standzeit der Grube und schont zugleich das Grundwasser.

Lohnt sich ein Wartungsvertrag?

Für die meisten Eigentümer einer Sickergrube ist ein Wartungsvertrag die bequemste und sicherste Lösung. Statt selbst an die Kontrolle denken zu müssen, übernimmt der Fachbetrieb die regelmässige Überprüfung und meldet sich rechtzeitig für die nächste Reinigung. So wird die Versickerungsleistung dauerhaft auf einem guten Niveau gehalten, und teure Notfälle durch plötzlichen Rückstau werden vermieden. Der Betrieb kennt zudem die individuelle Verschlammungsgeschwindigkeit der Grube und kann das Intervall präzise anpassen.

Ein weiterer Vorteil ist die Dokumentation. Wer die durchgeführten Reinigungen belegen kann, ist gegenüber Behörden und im Fall eines Eigentümerwechsels auf der sicheren Seite. Gerade bei älteren Anlagen, deren Zustand nicht immer offensichtlich ist, schafft die regelmässige fachmännische Kontrolle Sicherheit. Unter dem Strich amortisiert sich der Wartungsvertrag oft durch die vermiedenen Folgekosten einer vernachlässigten, komplett zugesetzten Grube.

Was kostet die Reinigung einer Sickergrube?

Die Kosten richten sich nach Grösse, Verschlammungsgrad und Entsorgungsmenge. Als Richtwert gilt ein Stundenansatz von rund CHF 160 pro Stunde plus eine Anfahrtspauschale von etwa CHF 60, hinzu kommen die Entsorgungskosten für das abgesaugte Material. Diese Werte können um plus/minus 15 Prozent variieren. Eine kombinierte Kamerabefahrung ist ab etwa CHF 50 zubuchbar und liefert Klarheit über den baulichen Zustand. Ein Vorab-Angebot macht die Gesamtkosten transparent.

Ihre Sickergrube versickert nicht mehr richtig oder staut zurück? Karo Kanaltechnik entschlammt, spült frei und stellt die Versickerung wieder her, inklusive fachgerechter Entsorgung. Bei akutem Rückstau erreichen Sie unseren 24/7-Notfalldienst jederzeit unter +41 43 588 12 08.

NF

Nenad Filipovic

Autor · Karo Kanaltechnik GmbH

Schlagwörter

SickergrubeGrubenreinigungVersickerungUnterhalt

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